Nüchtern betrachtet
von Simon Forster
Kommentar zum 1,6 Promille Auto-Ausflug des Köln-Spielers:
Miso Brecko ist ganz gewiss keiner, der sich gerne in den Vordergrund drängt. Beim 1. FC Köln ist der Slowene Bestandteil einer durchweg löchrigen Abwehr und seine Leistungen in der bisherigen Saison sind alles andere als zufriedenstellend (Kicker-Durchschnittsnote: 4,0).
Ein Grund, seinem Frust freien Lauf zu lassen, dachte sich der 49-malige Nationalspieler Brecko wohl, als er unter der Woche nach einer Karnevalssitzung mit seinem BMW X5 bei 1,6 Promille in ein Gleisbett fuhr. Als hätte Köln nicht schon genug Probleme!
Prinz Poldi wird wegen öffentlicher Kritik, die indes richtig war, zu einer Pseudo-Geldstrafe verdonnert, Manager Finke entscheidet über den Kopf von Trainer Solbakken hinweg, als er kurzerhand den Nordkoreaner Chong Tese verpflichtet. Und in der Liga? Die Geißböcke stürzen immer mehr ins Bodenlose ab.
Der begnadigte „Suff“-Profi Miso Brecko durfte gegen Nürnberg sogar in der Startelf ran, lediglich 25000 Euro musste er blechen. Ganz nüchtern betrachtet war das Spiel der erwartete höhenpunktarme Kampf, den der „Club“ am Ende, doch verdient, mit 2:1 gewann. Zurückhaltung pflegte Miso Brecko, dem jetzt noch gewaltiger Ärger ins Haus steht: Den Führerschein dürfte der 27-jährige nun längere Zeit los sein, zusätzlich muss er mit Punkten und einer medizinischen-psychologischen Untersuchung (MPU) rechnen.
Und Brecko? Er räumte seinen Fehler ein, konnte aber nicht erklären wie sein Auto in das Gleisbett gelangte.
Ganz nüchtern betrachtet, nimmt das Chaos beim 1. FC Köln stetig zu.