Muskelpaket und Publikumsliebling: Ein echter Kraftwürfel
“Halb Euorpa” hat ihn gejagt: Xherdan Shaqiri. Der 1,69 kleine Kraftwürfel, wie er in seiner Heimat genannt wird, hat sich für den FC Bayern München entschieden. Im Gespräch mit SportBild erzählte der 20-jährige, dass der FC Bayern “der beste Verein in Deutschland” sei, zudem sehe er den deutschen Rekordmeister “auf der gleichen Stufe mit dem FC Barcelona und Real Madrid”.
Deshalb war für ihn klar: “Dort will ich hin.” Nach der Saison wechselt der Schweizer für neun bis zwölf Millionen an die Isar. Von seinen Qualitäten ist das Supertalent überzeugt: “Ich bin ein Ribery-Typ. Ich denke, man kann unsere Spielweise gut vergleichen.” Weiter fügte er an: “Ich komme nicht für einen Dauerplatz auf der Bank nach München, ich will einen Stammplatz erobern.” Selbstbewusst und angrifflustig, dieser Shaquiri. Doch wer ist der Mittelfeldspieler, der am liebsten zentral hinter den Spitzen spielt, also auf der Toni Kroos-Position?
Xherdan Shaqiri ist kein Unbekannter, dennoch weiß man über ihn hierzulande recht wenig. Das fängt bereits beim Namen an: Xherdan, was? Shaqiri, wer? Richtig ausgesprochen wird der Wahl-Basler nämlich “Dscherdan Schatschiri”. Schon in jungen Jahren musste sich der Junge, von dem Ex-Trainer Fink sagt, er habe ein paar Pfund zu viel auf den Rippen, durchbeißen. Er kam zusammen mit seiner Familie aus dem Kosovo in die Schweiz. Teilweise musste er sich mit seinen Geschwistern ein Zimmer teilen, nicht mal eine Heizung habe ihr Haus gehabt. Da der Vater arbeitslos war, mussten die Kinder Geld dazu verdienen, die Familie eigenhändig unterstützen.
Bald wird Xherdan Shaqiri auch im Bayern-Trikot zu bestaunen sein.
Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Shaqiri, der von Mannschaftskollegen und Freunden nur “Shaq” gerufen wird, ist das Toptalent in der Schweiz. “Ich bin bei einigen Topvereinen gehandelt worden”, gab Shaquiri gegenüber SportBild zu. Unter anderem Manchester United soll Interesse gehabt haben. Dennoch hat der FC Bayern das Rennen um den Ausnahmedribbler gemacht.
Ein wahres “Muskelpaket” ist Shaqiri, wie er selbst von sich behauptet: “Das ist mein Naturell. Beim FC Basel bin ich der Spieler mit den meisten Musekln.” Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld ist unlängst ein Fan von “Shaq”. Er empfahl ihn sogar den Bayern-Bossen und legte Shaqiri, zu dem er ein gutes Verhältnis pflegt, einen Wechsel nach München nahe. “Er ist ein Instinktfußballer. Dribbelstark, schusskräftig, charakterstark, und er hat eine gute Übersicht”, lobte Hitzfeld.
Angst vor zu großer Konkurrenz verspürt das filigrane Muskelpaket nicht. Er will sich durchbeißen und setzt dabei auch ein bisschen auf seinen Fanstatus. “In Bern bin ich Publikumsliebling. Die Fans lieben meine offene, ehrliche Art und meine riskante Spielweise auf dem Platz.” Deswegen ist er überzeugt: “Die Fans werden mich lieben.” Auch in München.
Ihm sei jedoch gesagt, dass Ivica Olic, der Publikumsliebling bei den Roten, auch die meiste Zeit die Bank wärmen muss. Ein Schicksal, das dem jungen Schweizer nicht zu wünschen ist. Er will die Bundesliga aufmischen.
