Horror-Mord nach Facebook Chat
von Simon Forster
8. April 2011: Jerry J. (21) und Linda H. (16) lernen sich um 14.30 Uhr im sozialen Netzwerk Facebook kennen. Sie chatten anfangs normal miteinander. Kurze Zeit später wollen sich die beiden treffen. Das ist um 18.30 Uhr der Fall. Um 21.15 Uhr haben sie Geschlechtsverkehr in der Wohnung von Jerry J.. 24 Minuten darauf ist Linda H. tot. Sie wurde ermordet.
Was geschah in der Zwischenzeit und wie konnte es dazu kommen? Am Mittwoch war Prozessauftakt gegen den Facebook-Killer. Mit einem blau-weiß gestreiften Hemd und einer grauen Jacke schlenderte Jerry J. in Handschellen in das Gericht, die Haare gegelt und sein Kopf stur zu Boden gesenkt. Die Anklage ist erdrückend: Nur sieben Stunden nach dem Facebook Chat soll Jerry J. die 16-Jährige Linda H. erschlagen, mehrfach erstochen und im Wald entsorgt haben.
Gleich zu Beginn der Verhandlung legt ihr Mörder ein umfangreiches Geständnis ab, schildert seine Vorgehensweise detailliert und bekennt abschließend: „Ich reagiere in bestimmten Situationen zu aggressiv. Ich muss da was ändern.“ Darüber hat der skrupellose Killer nun genügend Zeit im Gefängnis nachzudenken. Das Gericht steht vor der schwierigen Frage, ob Jerry J. nach Jugendstrafrecht oder als Erwachsener bestraft werden soll. Ein endgültiges Urteil erfolgt heute.
Laut seinen Schilderungen sei es nach dem Sex zu einem Streit gekommen. Linda H. wollte, dass er sie zu ihrem Freund fährt. Jerry J. weigerte sich. Daraufhin wurde Linda wütend und ging mit einem Klappmesser auf ihn los. Der Angeklagte sah plötzlich rot und verlor die Kontrolle. Zuerst habe er mehrfach auf ihren Kopf eingehämmert, danach neunmal mit dem Messer zugestochen, bis sie verblutete. Kurz darauf packte er die Leiche in seinen Opel und entsorgte sie im nahegelegenen Wald.
Nach seinem Geständnis räumte der Horror-Mörder aus Coburg ein: „Es tut mir leid.“ Ihm drohen bis zu 15 Jahre Haft.
