Soziale Kluft in Deutschland wird größer
Laut einer OECD-Studie(“Divide we Stand”) werden die Unterschiede zwischen Arm und Reich in Deutschland seit Jahren immer größer. In fast keinem anderen Industriestaat haben die Einkommensunterschiede so stark zugenommen. Haben wir also bald Verhältnisse wie in den USA?
Während Deutschland in den 80er und 90er-Jahren von der OECD(=Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) als einer der wirtschaftlich ausgeglichensten Gesellschaften bezeichnet wurde, sieht das in der Gegenwart schon wesentlich anders aus. Denn die oberen zehn Prozent der Deutschen die ein Einkommen beziehen, verdienten im Jahr 2008 durchschnittlich 57.300 Euro. Menschen aus den unteren zehn Prozent verdienen im Schnitt gerade mal 7400 und damit nur etwa ein Achtel von dem was jemand aus den oberen zehn Prozent bekommt.
Im Vergleich zu anderen Staaten liegt Deutschland aufgrund von Steuern und Sozialtransfers zwar recht gut. Dennoch gilt es, die Zeichen jener Studie zu erkennen und für ein Umdenken zu sorgen. Im letzten Jahrzehnt vergrößerten sich die Einkommensunterschiede eben nicht bei den üblichen Verdächtigen USA oder Israel am meisten, sondern neben Deutschland auch in den skandinavischen Staaten.
Die Studie der OECD geht den Ursachen steigender Ungleichheit auf den Grund und widerlegt dabei die Annahme, dass Wirtschaftswachstum automatisch allen Bevölkerungsgruppen zugutekommt. Umso größer die soziale Ungleichheit in einem Staat, desto schwächer wird die Wirtschaftsleistung eines Landes, aufgrund von politischer Instabilität. „Wir brauchen eine umfassende Strategie für sozialverträgliches Wachstum, um diesem Trend Einhalt zu gebieten.“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría.
Um die Zunahme von Ungleichheit der Einkommen darzulegen, kann man sich auch bei dem sogenannten Gini-Koeffizienten bedienen. Dieser Koeffizient liegt immer zwischen Null und Eins, wobei Null bedeutet, dass alle Menschen in einem Staat das gleiche Einkommen haben und Eins steht folglicherweise für den Fall, wenn ein Mensch alleine alles verdient. Dieser Wert stieg von 0,25 im Jahre 1985 auf 0,3 im Jahre 2008 an. Die USA besitzt einen Gini-Koeffizienten von 0,38.
Aber was sind die Ursachen für diese Entwicklung. Für die OECD ist der wichtigste Grund für die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich die völlig differenzierte Entwicklung der Löhne und Gehälter. Bei den realen Haushaltseinkommen der untersten zehn Prozent hinkt Deutschland immens nach! Während in Frankreich sich die realen Haushaltseinkommen zwischen Mitte der 80er Jahre und Ende der 2000er um immerhin 1,6 Prozent jährlich erhöhten und die des oberen Zehntels um 1,3 Prozent. Bleibt in Deutschland das untere Zehntel auf der Strecke, denn ihr Haushaltseinkommen erhöhte sich jährlich gerade einmal um 0,1 Prozent. Die oberen zehn Prozent verdienten in eben genannten Zeitraum dagegen 1,6 Prozent jährlich mehr.
Es gibt auch andere Gründe wie der Trend zur Single-Gesellschaft oder die wachsende Anzahl von Teilarbeitern.
Letztendlich lässt sich diese Entwicklung nur durch ein Umdenken der Menschen stoppen. Gerechtere Bildung wäre der erste Schlüssel zum Tor der Einkommensgleicheit.
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Textquelle : Spiegel Online
erstmal deutschland kaputt machen!